So habe ich meinen Lernfux zum Leben erweckt

Ein Interview mit Cornelia Freuler

Cornelia Freuler Lerncoaching Lernfux

Cony, wie würdest du die Rolle eines Lerncoaches beschreiben?

Als Lerncoach sehe ich mich als Wegbegleiter. Die Strecken, auf denen ich meine Klienten begleite, sind unterschiedlich lang. Bei einigen ist es eine flüchtige Begegnung von zwei bis drei Beratungen, nach denen der Klient wieder mit sicherem Schritt seinen Weg fortsetzt. Andere brauchen mich länger an ihrer Seite. Durch lösungsorientierte Fragen reflektieren wir den Lernprozess und suchen gemeinsam nach Möglichkeiten für die nächsten Schritte. Jeder Klient ist in seinem Fühlen, Erleben und Handeln sehr individuell und entsprechend ist es mir wichtig, das Lerncoaching auf jeden individuell abzustimmen. Meine Klienten sind zwischen 5 und 50 Jahre alt und entsprechend unterschiedlich ist die Herangehensweise. Die Schwierigkeiten sind aber interessanterweise trotzdem oft ähnlicher Natur. Mangelndes Selbstvertrauen, Defizite in der Impulskontrolle, Motivationsprobleme, Prüfungsangst, Konzentrationsschwierigkeiten, ineffiziente Lernstrategien sind Themen, die die Menschen ein ganzes Leben lang begleiten können.

Mit dem Lernfux hast du eine eigene Lerncoaching-Praxis eröffnet. Wie war das für dich?

Sehr spannend, herausfordernd und intensiv. Ich muss dazu sagen, dass ich den Wunsch nach Selbstständigkeit schon lange in mir getragen habe – schon während meiner Zeit als Lehrerin und Psychologin im Angestelltenverhältnis. Irgendwann haben mich die geringen zeitlichen Ressourcen im Schulsystem gerade bei Lernschwierigkeiten nicht mehr befriedigt und so wollte ich als Lerncoach tätig werden. Die Weiterbildung an der Akademie für Lerncoaching habe ich bewusst gewählt, um mich für diesen Schritt fachlich noch fitter zu machen.

Für mich bedeutet es ein großes Privileg, im Rahmen von Lernfux die eigenen Ideen sofort verwirklichen zu können, den Erfolg selbst in der Hand zu haben und sich die Zeit frei einteilen zu können. Und natürlich ist es äußerst motivierend und anspornend, den sichtbaren, unmittelbaren Erfolg miterleben zu dürfen, wenn ein/e Klient/in die eigenen Ziele erreicht und dann Freude und Stolz in den Augen und in der Stimme hat.

Neben viel Schönem habe ich zu Beginn der Selbstständigkeit aber auch lernen müssen, wo meine Grenzen liegen. Als Lerncoach verlange ich von mir während der Beratungen eine hohe Präsenz, dies braucht viel Energie. Zu Beginn habe ich oft zu viele Beratungen an einem Tag angenommen, was mich selbst ausgelaugt hat. Nun berechne ich genügend Zeit für mich ein, in der ich wieder auftanken kann. Meistens gehe ich am Morgen so gegen 8 bis 8.30 Uhr in meine Praxis. Ich beantworte die Mails, erledige Telefonate, bereite mich auf Vorträge vor oder mache sonstige Büroarbeiten wie zum Beispiel Rechnungen schreiben. Danach bereite ich das Coaching vom Nachmittag vor. Wenn möglich beginne ich am Nachmittag um 13.30 Uhr mit der ersten Beratung. Nicht selten arbeite ich bis 19.30 Uhr oder noch länger. Viele Lehrlinge, Erwachsene und Studenten haben erst gegen Abend Zeit. Es ist toll, dass ich zeitlich so flexibel bin und größtenteils auf die Wünsche der Klienten eingehen kann. Zwischen den einzelnen Beratungen gönne ich mir eine Pause von 15 Minuten. Manchmal wird daraus auch eine Minipause, da der nächste Klient schon vor der Türe sitzt, aber diese kurzen Ruhephasen sind wichtig.

Zudem gibt es Zeiten, in denen weniger Anrufe kommen, wie zum Beispiel in den Sommerferien. Anfänglich machte ich mir Sorgen, ob das Telefon nach den Ferien wieder läutet und ob ich die abgeschlossenen Fälle durch neue ersetzten könne. Mittlerweile habe ich eine große Gelassenheit und sehe, dass es irgendwie immer wieder weiter geht.

Lernfux Praxis Lerncoaching

In meiner Vorstellung hatte ich von komplett freier Einteilung meiner Arbeit geträumt - dies ist unrealistisch. Natürlich habe ich viele Freiheiten, kann morgens früh oder abends spät arbeiten, mal ausschlafen oder mir Tage freihalten. Trotzdem muss ich einen gewissen Plan einhalten, damit ich erfolgreich sein kann. Manche Tage sind sehr lang, da die Klienten oft erst nach Feierabend zu mir kommen können. Die richtige Balance zu finden hat eine Weile gebraucht, ich denke aber, dass ich nun auf einem guten Weg bin.

Die Gründung von Lernfux war für mich aber auch mit großen Überraschungen verbunden: Ich hätte nie gedacht, dass ich in so kurzer Zeit meine Praxis in der Gegend so bekannt machen kann! Die Ereignisse haben sich bis heute regelrecht überschlagen und zeitweilig war ich vom Tempo der Entwicklung beinahe überrannt worden. Damit ich heute aber da stehe, wo ich bin, hat es viele Stunden Arbeit gebraucht. Diesen Aspekt hatte ich sicherlich unterschätzt.

Wie werden Klient/innen auf dich aufmerksam?

Dass die Klient/innen auf mein Lerncoaching-Angebot aufmerksam werden, setze ich mir jede Woche erneut zum Ziel. Das kann für mich bedeuten, einen neuen Platz zum Auflegen meiner Flyer zu finden, Plakate aufzuhängen, einen Vortrag zu halten, ein Interview für eine Zeitung zu geben, einen Beitrag für meine Webseite zu verfassen, einen Kurs auszuschreiben oder an der Homepage Verbesserungen vorzunehmen. Es erfordert also Arbeit und Disziplin.

Meine Homepage scheint die Leute anzusprechen. Einige Aufträge habe ich aufgrund des professionellen Auftritts erhalten. Die Vorträge sind zudem eine optimale Bühne, um mich zu präsentieren. Die Leute haben die Möglichkeit, mich unverbindlich zu „beschnuppern“ und immer wieder kommt es anschließend zu Buchungen für Einzelcoachings.

Wie hast du die Weiterbildung zum Lerncoach und deine Berufstätigkeit verbunden?

Zu Beginn arbeitete ich unter der Woche als Lehrerin und Psychologin und besuchte ein bis zweimal pro Monat ein Modulwochenende in Zürich. Schon während der Weiterbildung in Lerncoaching habe ich meine Homepage online geschaltet, einen Flyer gestaltet und einen Praxisraum gemietet. Aus Sicherheitsgründen arbeitete ich zu Beginn noch stundenweise als Deutschlehrerin weiter, damit zumindest die Fixkosten gedeckt waren. Bereits nach vier Monaten reduzierte ich jedoch dieses Pensum und nach einem halben Jahr kündigte ich, damit ich mich ausschließlich um die Entwicklung des Lernfux kümmern konnte. Nach nur 18 Monaten durfte ich dann bereits über 80 Klienten auf ihrem Weg begleiten und zahlreiche Vorträge und Kurse halten! Inzwischen sind es viele hundert mehr.

All meine Weiterbildungen und Erfahrungen sind Puzzleteile, die sich nun zu einem Ganzen zusammenfügen. Mein gut gefüllter Rucksack ist nun täglich gefragt!

Wie blickst du auf deine Zeit an der Akademie für Lerncoaching zurück?

Ich habe während eineinhalb Jahren viele anregende Seminarwochenenden in Zürich verbracht. Für mich ist diese Weiterbildung einmalig, sie geht weit über eine gewöhnliche Wissenserweiterung hinaus. „Wir unterstützen Sie beim Aufbau Ihrer Praxis“, diese Worte kann man auf der Homepage der Akademie für Lerncoaching lesen. In der Tat sind dies nicht bloß leere Worte. Noch nie habe ich annähernd eine solche Unterstützung von Seiten der Dozenten erlebt. Jederzeit spürte ich ein echtes Interesse, mich weiter zu bringen. Die Großzügigkeit und Offenheit, die man erfährt, berührt mich heute noch genauso wie ganz am Anfang. Konkurrenzdenken ist hier ein Fremdwort und dies war eine ganz neue, wundervolle Erfahrung für mich. Diese Haltung habe ich mit in den Alltag genommen. Die praxisnahe, bodenständige und positive Art von Stefanie Rietzler und Fabian Grolimund entspricht mir sehr, was dazu beiträgt, dass ich mich gut gerüstet fühlte, eigene Beratungen anzubieten. Vom guten Namen des Instituts kann ich in meiner Praxis sehr profitieren. Klienten nehmen lange Anfahrtswege in Kauf, damit sie von jemandem begleitet werden, der hier die Weiterbildung absolvierte.

Mehr über Cornelia Freuler erfahren Sie unter: www.lernfux.ch

Akademie für Lerncoaching
Albulastrasse 57
8048 Zürich