Wie können Kinder unterstützt werden, die von sich sagen:

  • „Mich mag sowieso keiner“
  • „Die anderen lassen mich nicht mitspielen“
  • "Ich traue mich nicht, auf andere zuzugehen."
  • „Ich habe keine echten Freunde“?

Antworten liefert die Tagesfortbildung "Die ungeschriebenen Gesetze der Freundschaft"

Kursdetails

Umfang: 1 Tag
Kurstage: Fr
Kursort: Zürich

Freundschaften - weitaus bedeutsamer als angenommen

Nach der sogenannten „James-Studie“ geben 97% der Jugendlichen an, dass für sie Freundschaft den wichtigsten „Wert“ darstellt. Und tatsächlich vermag die Forschung nachzuweisen, dass Freundschaften ein wichtiger Bestandteil eines glücklichen und gesunden Lebens sind: So werden Menschen, die über stabile Freundschaften verfügen, seltener von anderen ausgegrenzt, sie kommen besser mit schwierigen Lebensereignissen und Krankheiten zurecht und weisen sogar eine höhere Lebenserwartung auf.

Freundschaften spenden Kindern und Jugendlichen Sicherheit und begleiten sie auf der Suche nach Antworten auf die Fragen: „Wer bin ich? Was macht mich aus? Wo liegen meine Stärken und Schwächen?“ Freunde bereichern das Leben auf der einen Seite mit positiven Erlebnissen, sie halten Kindern aber auch den Spiegel vor – und wo man unzufrieden ist mit dem, was man da sieht, spenden Freunde Trost und Unterstützung.

Im freundschaftlichen Kontext lernen Kinder und Jugendliche auch die Spielregeln der sozialen Welt der Gleichaltrigen kennen: Im Rahmen von Freundschaften entdecken Kinder, wie man teilt, wie man Gefühle kommuniziert, Nähe und Vertrauen herstellt, gemeinsam Schwierigkeiten bewältigt, Kompromisse findet und das freundschaftliche Band nach einem Streit wieder „repariert“.

Wir alle wissen, wie wichtig Freundschaften sind. Deshalb wünschen wir uns, dass Kinder und Jugendliche Anschluss finden und sich in ihrer Klasse oder Clique wohlfühlen können, ohne sich zu verbiegen.  Dabei scheinen manchen Kindern und Jugendlichen die Herzen der Gleichaltrigen beinahe zuzufliegen: sie knüpfen mühelos neue Verbindungen, sind bei anderen Kindern beliebt und werden so fast automatisch in Spiele und andere Aktivitäten eingebunden. Es fällt ihnen leicht, die Signale anderer Kinder zu deuten und sich entsprechend zu verhalten ohne sich zu verstellen.

Andere Kinder haben es sehr viel schwerer, Anschluss zu finden. So stehen sich manche Kinder selbst im Weg: Sie sind in sozialen Situationen sehr vorsichtig und beobachten andere Kinder oft nur wehmütig aus der Ferne. Dabei trauen sie sich schlichtweg nicht, auf die Anderen zuzugehen. Zu gross ist die Sorge, abgewiesen zu werden.

Manche Kinder sind sehr gesprächig und kontaktfreudig, ecken jedoch durch ihre stürmische, dominante oder teilweise auch anhängliche Art bei Gleichaltrigen an.

Wieder andere Kinder haben sehr ungewöhnliche Interessen. Sie haben Mühe, sich für die Aktivitäten Gleichaltriger zu begeistern oder sich mit ihnen auf Augenhöhe zu unterhalten.

Freundschaften begünstigen 

Erste Schritte in Richtung Freundschaft und Anschluss sind bereits durch kleine Veränderungen im Alltag möglich. Dabei spielen Eltern und Fachpersonen eine erhebliche Rolle: Sie können dazu beitragen, dass das Kind mit anderen in Kontakt kommen kann, dass es seine sozialen Potenziale ausschöpfen kann und dass Aktivitäten und Spielsituationen für beide Seiten positiv verlaufen. Am Weiterbildungstag beschäftigen wir uns daher in einem ersten Schritt mit der Frage, wie günstige Bedingungen geschaffen werden können, damit Kinder Freundschaften knüpfen können.

Neben diesen wichtigen Grundbedingungen können wir uns aber auch Vieles von Kindern abschauen, denen es unbewusst gelingt, Kontakte zu knüpfen und stabile Freundschaften aufzubauen.  Wir können ihr Verhalten beobachten und beschreiben und uns dazu überlegen:

Wie wird man überhaupt zu einem guten Freund? Wie knüpft man als Junge oder Mädchen eine freundschaftliche Beziehung, in der beide Kinder sie selbst sein dürfen, sich wohl fühlen können, sich akzeptiert, verstanden und unterstützt fühlen?

Wenn Sie an Ihre eigene Kindheit und Jugendzeit zurückdenken, werden wahrscheinlich auch Sie merken: Die Gesetzmässigkeiten, nach denen sich Freundschaften entwickeln, wurden uns nie explizit vermittelt. Wir haben sie vielmehr anhand subtiler Zeichen von anderen, durch Rückmeldungen Gleichaltriger, durch Erfahrungen, durch Vorbilder und Geschichten gelernt. Es fällt uns schwer, diese Punkte in Worte zu fassen.

An diesem Punkt setzt der Weiterbildungstag an. Konkret befassen wir uns mit den folgenden Fragen:

  • Wie bauen Kinder Freundschaften auf?
  • Was erwarten Kinder in verschiedenen Entwicklungsphasen von einem guten Freund?
  • Auf welche Schwierigkeiten können Kinder stossen, wenn sie Kontakte zu anderen Kindern knüpfen wollen?
  • Wie können Kinder unterstützt werden, denen es schwerfällt, Anschluss zu finden und Freundschaften zu knüpfen?
  • Was zeigen uns bestimmte soziale Schwierigkeiten über den Lernbedarf eines Kindes? Welche ungeschriebenen Gesetze müssten bestimmte Kindern noch lernen, um sich besser zurecht zu finden?

Dieser Weiterbildungstag befasst sich bewusst nicht mit Mobbing. Es soll nicht darum gehen, wie verhindert werden kann, dass Kinder ausgegrenzt und traktiert werden. Zum Thema Mobbing bieten wir eine eigenständige zweitägige Weiterbildung an.

Vielmehr möchten wir uns am Weiterbildungstag „Die ungeschriebenen Gesetze der Freundschaft“ damit befassen, was es Kindern erleichtert, aufeinander zuzugehen und Beziehungen zueinander aufzubauen.

Nach diesem Weiterbildungstag wissen Sie, wie Sie mit Kindern Antworten auf die folgenden Fragen entwickeln:

  • Wie nähere ich mich einer Gruppe von anderen Kindern?
  • Wie kann ich zeigen, dass ich gerne mitspielen möchte ohne das Spiel der anderen zu stören?
  • Wie führe ich ein angenehmes Gespräch?
  • Welche Kinder passen zu mir? Wer könnte ein guter Freund für mich werden?
  • Was könnte ich mit wem unternehmen?
  • Woran erkenne ich, dass ich ungewollt dabei bin, andere Kinder zu irritieren oder zu nerven?
  • Wie kann ich reagieren, wenn es Streit gibt und dazu beitragen, dass wir uns wieder vertragen?

Der Weiterbildungstag soll Sie dazu befähigen, Kinder beim Aufbau stabiler, bereichender Freundschaften zu unterstützen. Gleichzeitig erfahren Sie, welche Rolle den Eltern beim Aufbau von Kinderfreundschaften zukommt und welche Hilfestellungen Sie diesen geben können.


Kursdauer / Kursort / Kosten

Kursort: Akademie für Lerncoaching, Albulastr. 57, 8048 Zürich*
Umfang: 1 Tag
Kurszeiten: 10.00 - 13.00 Uhr und 14.30 - 17.00 Uhr
Kosten: Fr. 195.- für Teilnehmer der gesamten Weiterbildung zum Lerncoach

*falls die Weisungen des Bundes betreffend Covid-19 zum Zeitpunkt der Kursdurchführung keinen Präsenzunterricht ermöglichen, wird diese Weiterbildung online via Zoom durchgeführt.

Nächste Durchführung

Freitag, 14. Oktober 2022

Angesprochene Fachpersonen: Der Weiterbildungstag richtet sich an Teilnehmer/innen unserer gesamten Weiterbildung in Lerncoaching.

Bis 31 Tage vor Kursbeginn ist eine kostenlose Stornierung möglich. Bei kurzfristigen Absagen innert 30 Tagen vor Kursbeginn gilt der Gesamtbetrag als geschuldet. Ausnahme: die absagende Person stellt eine/n Ersatzteilnehmer/in.


Kursleitung

Stefanie Rietzler, Psychologin und Buchautorin, Geschäftsleitung der Akademie für Lerncoaching


Anmeldung

Anmeldeschluss: 7 Tage vor Seminarbeginn, kurzfristige Anmeldungen nach Absprache

Anmeldungen für einzelne Vertiefungstage nimmt unsere Sekretärin Lilo Marti entgegen. Schreiben Sie dazu eine Email an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Bitte geben Sie bei der Anmeldung folgendes an:

  • Datum und Titel des Kurstages
  • Ihre vollständige Rechnungsadresse
  • Ihre Telefonnummer

Falls Sie sich über die gesamte Weiterbildung informieren möchten, geben Ihnen gerne Stefanie Rietzler und Fabian Grolimund Auskunft: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

Wir freuen uns auf spannende Kurstage mit Ihnen!

Akademie für Lerncoaching
Albulastrasse 57
8048 Zürich