Kinder mit Lese-/Rechtschreibschwierigkeiten erfolgreich fördern

Lese- rechtschreibschwache Schüler benötigen eine besonders intensive Betreuung. Selbst für sehr gut ausgestattete Schulen ist es kaum möglich, die erforderliche Förderung im Rahmen des Regelunterrichts zur Verfügung zu stellen. Um für Kinder mit Lese- bzw. Rechtschreibproblemen eine sinnvolle Förderung durchführen zu können, benötigt man ein vielfältiges Spezialwissen. Bedauerlicherweise findet sich sowohl in Schulbüchern als auch im Internet mittlerweile eine Vielzahl von Übungen, die die Kinder nicht weiterbringen und in manchen Fällen sogar schädlich sind.

Beispiele dafür sind:

  • Nichtbeachtung von kognitiven Defiziten der betroffenen Schüler
  • Ignorieren eines Phänomens, das in der Terminologie der Gedächtnisforschung als Ähnlichkeitshemmung bezeichnet wird
  • Verwendung zu schwieriger Lesetexte
  • Verwendung von Lese- und Rechtschreibübungen, die zu einem geringen oder keinen Lernerfolg führen
  • Vermittlung von Rechtschreibregeln, mit denen die Schüler/innen wenig anfangen können, die sinnlos oder sogar falsch sind

Im ersten Teil des Vertiefungstages gehen wir zunächst auf die Ursachen der Lese- Rechtschreibschwäche und die Diagnose ein. Anschliessend werden die wichtigsten Lese- und Rechtschreibtests vorgestellt. Bei der Diagnostik geht es auch darum, Notwendiges von Überflüssigem zu trennen.

Den weitaus grössten Raum in der Fortbildung nimmt die Förderung ein. Wir beginnen mit der konkreten Umsetzung der Leseförderung. Dabei werden verschiedene Ansätze im Hinblick auf ihre Wirksamkeit beleuchtet. Im Einzelnen geht es u.a. um folgende Themen:

  • Wie können Wörter beim Lesen segmentiert werden?
  • Wie kann die Leseschwierigkeit von Lesetexten eingeschätzt werden?
  • Und wie kann die Förderung am besten organisiert werden?

Bei der Rechtschreibförderung sehen wir uns zunächst die wichtigsten Studien zum Erfolg der üblichen schulischen Förderkurse an. Eine heute viel umstrittene Möglichkeit, die Rechtschreibung einzuüben, ist das Schreiben von Diktaten. Diktate haben sicherlich Nachteile, aber auch Vorteile. Ein Konzept wird vorgestellt, wie man die Nachteile vermeiden und von den Vorteilen profitieren kann. Dabei arbeiten wir heraus, welche Rechtschreibübungen günstig und welche ungünstig sind und wie sinnvolle Rechtschreibregeln eingeübt werden können. Ausserdem werden die beiden wichtigsten Konzeptionen zur Rechtschreibung vorgestellt und erarbeitet: das Segmentieren in Silben und das Segmentieren in Wortbausteine (Morpheme). Schliesslich werden auch noch die Probleme leserechtschreibschwacher Schüler im Fremdsprachenunterricht behandelt. Die Übungs- und Trainingsmöglichkeiten, die vorgestellt werden, beziehen sich teilweise speziell auf lese- rechtschreibschwache Schüler, sie sind grossteils aber auch für nicht betroffene Schüler von Nutzen.

Aufbau des Vertiefungstages

Der Vertiefungstag ist abwechslungsreich gestaltet. Auf kurze Vorträge als Input folgen Gruppen- oder Partnerarbeiten, deren Ergebnisse im Plenum vorgestellt und vertieft werden. Weiterhin werden einzelne Förderprogramme veranschaulicht.

Ihre Kursleitung

Dr. Gero Tacke hat im Rahmen seiner Tätigkeit als Schulpsychologe auf allen Ebenen mit und für lese- rechtschreibschwache Schüler gearbeitet. Er führt Trainings mit einzelnen Schülern und Schülergruppen durch, berät Eltern und Lehrpersonen und hat mehrere wissenschaftlichen Studien geleitet.

Darüber hinaus hat er eine Reihe Fördermaterialien entwickelt und publiziert. Eine Besonderheit der Materialien besteht darin, dass jeweils parallele Formen für das Üben in der Schule und das Üben zu Hause vorgesehen sind, wobei alle Materialien auch jeweils nur in der Schule oder nur zu Hause angewandt werden können. Er war an der Entwicklung zusätzlicher Softwareprogramme beteiligt, mit denen die Schüler /innen selbstständig üben können. Auf diese Weise bleibt mehr Zeit für die Betreuung, bei der ein Erwachsener anwesend sein muss.

„Wesentlich war und ist für mich immer, Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung für die Praxis nutzbar zu machen, wobei ich besonderen Wert darauf gelegt habe, Trainings und Übungen so zu gestalten, dass die verfügbare Lernzeit optimal genutzt wird und die Übungen einfach durchzuführen sind.“ Dr. Gero Tacke

Kursdetails

Umfang: 1 Tag

Nächste Durchführung: Freitag, 6. April 2018 

Kursort: Akademie für Lerncoaching, Albulastrasse 57, 8048 Zürich-Altstetten

Kurszeiten: 10.00-17.00 Uhr (Mittagspause von 13.00 bis 14.30 Uhr)

Kosten: Fr.275.- (Fr.145.- für Teilnehmer der gesamten Weiterbildung zum Lerncoach und Ehemalige)*

Anmeldung

Anmeldungen für einzelne Vertiefungstage nimmt unsere Sekretärin Lilo Marti entgegen. Schreiben Sie dazu eine Email an:

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Bitte geben Sie bei der Anmeldung Datum und Titel des Kurstages und Ihre Rechnungsadresse an. Es erleichtert unserer Sekretärin zudem die Arbeit, wenn Sie angeben, ob Sie Teilnehmer/in der gesamten Weiterbildung sind oder einen einzelnen Kurstag besuchen.

Anmeldeschluss: 30. März 2018

Falls Sie sich über die gesamte Weiterbildung informieren möchten, gibt Ihnen gerne Fabian Grolimund Auskunft:

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Wir freuen uns auf spannende Kurstage mit Ihnen!

*Hinweis: Bei kurzfristigen Absagen innert 30 Tagen vor dem Weiterbildungstag wird eine Pauschale von Fr. 60.- in Rechnung gestellt. Bei Nichterscheinen ohne vorherige Absage wird der Gesamtbetrag verrechnet.