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Konzept

Beim Aufbau unserer Weiterbildung in Lerncoaching haben wir uns an der Frage orientiert, was ein Lerncoach wissen und können sollte, um erfolgreich arbeiten zu können. Die Weiterbildung orientiert sich an den Antworten auf diese Frage. Sie ist so aufgebaut, dass Sie nach der Weiterbildung von sich sagen können:

Ich weiss:

  • wie Kinder Lesen, Schreiben und Rechnen lernen und wie ich Kinder und ihre Eltern bei Schwächen in diesem Bereichen wirksam unterstützen kann
  • wie Hausaufgabenkonflikte entstehen und wie diese reduziert werden können
  • warum es wichtig ist, Selbständigkeit beim Lernen zu fördern und wie Kinder in kleinen Schritten dazu angeleitet werden können
  • welche Lernstrategien für welche Alterstufen sinnvoll sind, welchen Hindernissen man beim Vermitteln von Lernmethoden begegnet und welche Prinzipien die Aufnahme neuer Strategien erleichtern
  • wie sich die Lernmotivation gezielt beeinflussen lässt
  • wie Prüfungsängste entstehen und wie sie reduziert werden können
  • was Schüler und Studierende mit Aufschiebeproblemen und Schreibblockaden in einem Coaching lernen sollten

Ich kann: 

  • zu Eltern, Jugendlichen und Kindern eine von Wertschätzung, Echtheit und Empathie geprägte Beziehung aufbauen
  • im Gespräch mit Klienten gemeinsam Ziele entwickeln und einen Beratungsauftrag formulieren
  • verschiedene Methoden der Problemanalyse einsetzen, um Lücken zu erkennen, Lernschwächen zu erfassen und hinderliche Einstellungen aufzudecken
  • verschiedene Methoden (Kognitive Umstrukturierung, Rollenspiele, Training) einsetzen, um Klienten dabei zu helfen, lernhinderliche Einstellungen zu verändern, Prüfungsängste abzubauen, grössere Prüfungen effektiv vorzubereiten und Lücken zu schliessen.
  • Klienten "Hausaufgaben" mitgeben, die sie dabei unterstützen, ausserhalb der Sitzung an Schwierigkeiten zu arbeiten, Fortschritte zu erzielen und das im Coaching Gelernte im Alltag umzusetzen.

Ich habe:

  • während und nach der Weiterbildung ein Team von Kollegen und einen Ansprechspartner unter den Dozenten, um Fragen im Rahmen der Inter- und Supervision klären zu können
  • Unterstützung und Beratung auf meinem Weg in die Selbständigkeit 

 

Prinzipien

Beim Aufbau der Weiterbildung haben wir uns an einigen Prinzipien orientiert, die wir hier vorstellen möchten:

Auswahl evidenzbasierter Verfahren

Evidenzbasiert bedeutet soviel wie "auf empirische Belege gestützt". Bei der Auswahl der vermittelten Strategien und Methoden orientieren wir uns an der Frage, ob es wissenschaftliche Belege für deren Wirksamkeit gibt. Im Bereich des Lernens und der Lernberatung lässt sich ein regelrechter Wildwuchs an neuen Methoden verzeichnen, wobei die Mehrzahl dieser neuen Verfahren bisher den Beweis ihrer Wirksamkeit schuldig geblieben ist. Verbreitung finden diese Verfahren durch ihre oftmals charismatischen Begründer und ein Marketing, welches sich insbesondere durch grosse Versprechungen kennzeichnen lässt. Gleichzeitig arbeiten Wissenschaftler auf der ganzen Welt täglich daran, Antworten auf die folgenden Fragen zu finden:

  • Welche Lernmethoden sind für welche Klienten wirksam?
  • Wie kann Kindern mit Lese-Rechtschreib- oder Rechenschwächen wirksam geholfen werden?
  • Welche Methoden der Beratung erzielen bessere Ergebnisse?
  • Welche allgemeinen Bestandteile (z.B. Beziehungsvariablen, Zielkonsens, Erwartungen, Hausaufgaben) erhöhen die Wirksamkeit von Beratung und Coaching?

Die Ergebnisse dieser Forschungsbemühungen finden oft wenig Beachtung. Dies ist schade, da sich daraus Leitlinien für die Praxis ableiten lassen, von denen Klienten und Coaches profitieren können. Wir sehen die Forschung nicht unkritisch und wissen, dass viele Ergebnisse, die heute als gesichert gelten, in Zukunft revidiert werden müssen. Dennoch halten wir es für sinnvoller, sich an den gemeinsamen, lebendigen Forschungsbemühungen tausender Personen zu orientieren als an starren Systemen einzelner Autoritäten.  

Kompetenzen erfordern Training

Als Lerncoaches wissen wir: Gewusst ist noch nicht verstanden und verstanden ist noch nicht gekonnt. Der Aufbau von Kompetenzen braucht Zeit und Übung. Umso mehr erstaunt es uns bei eigenen Weiterbildungen immer wieder, wie wenig Beachtung diese Tatsache finden. Nach sieben Stunden Frontalunterricht denkt man sich: "Da hätte ich auch ein Buch lesen können..."

Wenn Sie wissen, welche Lernstrategien das Lernen von Texten erleichtern, dann bedeutet dies noch nicht, dass Sie diese einem Jugendlichen so vermitteln können, dass er sie auch ausprobieren möchte.

Wenn Sie wissen, dass Empathie wesentlich zu einem gelungenen Coaching beiträgt, dann bedeutet dies noch nicht, dass Sie einfühlsam auf die Sorgen der Mutter eines Kindes mit einer Lese-Rechtschreibschwäche eingehen können.

Wir trauen den Teilnehmern unserer Weiterbildung zu, dass sie sich wichtiges Grundwissen mit Hilfe der empfohlenen Literatur selbst erarbeiten können. Die Weiterbildungstage möchten wir nutzen, um Kompetenzen zu vermitteln. Neben Input-Referaten wird deshalb diskutiert, mit Fallbeispielen gearbeitet und trainiert. Wichtige Kompetenzen werden durch Rückmeldungen, Videoaufnahmen und Übungen zwischen den Weiterbildungstagen aufgebaut. 

Je früher Sie in die Praxis einsteigen können, desto schneller machen Sie Fortschritte

Anstatt unsere Module nach Themen zu ordnen, orientieren sich diese an den Zielgruppen Eltern, Jugendliche und Kinder. Diese Unterteilung mag auf den ersten Blick ungewohnt erscheinen. Sie hat aber einen entscheidenden Vorteil: Jedes Modul bildet eine in sich abgeschlossene Einheit, die es Ihnen erlaubt, mit der jeweiligen Zielgruppe zu arbeiten. So sind Sie beispielsweise nach dem Modul "Lerncoaching mit Jugendlichen und Erwachsenen" in der Lage, Einzelcoachings und Gruppentrainings für Jugendliche ab 12 Jahren anzubieten. Sie wissen nach dem Modul, wie Sie zu Jugendlichen eine funktionierende Coaching-Beziehung aufbauen, wie Sie mit Widerständen umgehen können, sofern Jugendliche das Coaching nicht ganz aus freien Stücken aufsuchen und wie Sie Jugendliche und Erwachsene dazu anleiten können, wirksame Lernstrategien einzusetzen, Prüfungsängste zu reduzieren und Wichtiges anzupacken anstatt aufzuschieben. 

Die praktischen Erfahrungen, die Sie beispielsweise im Anschluss an dieses Modul im Coaching mit Jugendlichen machen, helfen Ihnen dabei, bei den weiteren Modulen umso stärker zu profitieren und Ihre Beratungskompetenzen weiter zu verfeinern.

Fachliche Kompetenz reicht für eine erfolgreiche selbständige Tätigkeit nicht aus

Viele fachlich kompetente Lerncoaches scheitern beim Aufbau einer funktionierenden Praxis. Sie wissen nicht, wie sie genügend Klienten finden sollen. Unter anderem verstehen sie nicht:

  • worauf sie bei der Gestaltung eines Internetauftritts achten sollten, damit sie im Netz gefunden werden 
  • wie sie ihr Angebot beschreiben können, damit sich Klienten angesprochen fühlen
  • wie sie ihren Bekannheitsgrad über gute Texte, lebendige Vorträge, Pressearbeit und gezieltes Netzwerken steigern können

Im Laufe der Jahre haben wir viele schöne, aber auch viele frustrierende Erfahrungen in unserer selbständigen Tätigkeit gemacht. Um sich erfolgreich selbständig zu machen benötigen Sie Ausdauer, Geduld und das notwendige Know-how. Sie können sich letzteres durch Versuch und Irrtum erwerben oder sich viele schmerzhafte Misserfolge ersparen, indem Sie auf den Erfahrungen und dem Wissen anderer aufbauen. Gerne geben wir Ihnen unsere "Erfolgsgeheimnisse" weiter. Falls Sie ganz am Anfang der Selbständigkeit stehen und mit solidem Grundwissen in Ihr Abenteuer starten möchten oder Interesse daran haben, ein gefragter Experte zu werden, lohnt sich der Besuch unseres Zusatzmoduls "Erfolgreich selbständig als Coach, Berater, Experte"